Mit dem Papi­er aus der Rubrik “Massen­tier­hal­tung” mit dem Titel “Tierische Verd­lung” (die Anführungsze­ichen gehören zum Titel) von gestern brin­gen die Grü­nen ihre Fun­da­men­talop­po­si­tion zur indus­triellen Tier­hal­tung auf den Punkt. “Das Sys­tem ist falsch”, so stellt das Papi­er klar, und “muß vom Kopf wieder auf die Füße gestellt wer­den”:

Ein grundle­gen­der Sys­temwech­sel ist notwendi­ger denn je. Die heutige Land­wirtschaft ist beherrscht vom indus­triellen Denken. Es betra­chtet Tiere und Pflanzen nicht als Lebe­we­sen, son­dern als Pro­duk­tions­fak­tor. Es liegt in der Logik dieses Sys­tems, Lebe­we­sen in den tech­nis­chen Opti­mierungsvor­gang einzubeziehen und ihm anzu­passen. Wenn sie stören, schnei­det man Schweinen die Ringelschwänze eben ab. Hüh­n­ern ent­fer­nt man die Schn­abel­spitzen und Kühen die Hörn­er. Es liegt in der Logik dieses Sys­tems immer größere Ein­heit­en zu bilden, um entsprechende Effizien­zgewinne zu erzie­len und dafür in Kauf zu nehmen, dass 25 Hüh­n­er auf einem Quadrat­meter oder 60.000 Schweine in ein­er Anlage zusam­mengepfer­cht wer­den. Und wenn sich durch den massen­weisen Ein­satz bil­liger Antibi­oti­ka der Gewinn steigern lässt, wird auch das gemacht. [profil:GRÜN “Tierische Vered­lung”]

Gestern sah sich, nach­dem am Rande des “Tages der nach­halti­gen Ernährung” die Jun­gen Grü­nen Trans­par­ente entrollt hat­ten, in denen sie sich ganz gegen die Tötung von Tieren in Posi­tion aussprechen,  der agrar­poli­tis­che Sprech­er der Grü­nen Friedrich Osten­dorff genötigt, noch weit­erge­hen­den Forderun­gen inner­halb der eige­nen Rei­hen ent­ge­gen­zutreten, indem er fest­stellte, Tiere und Tiere töten gehörten zur Land­wirtschaft — man sei hier nicht im Zool­o­gis­chen Garten [Zita­tion nach @wurstsack].

Ich erin­nere an meinen Ein­trag von voriger Woche Bart­mer (DLG) will raus aus der Infor­ma­tion­s­sack­gasse – und rein in die Ein­bahn­straße?; zum Beleg der Richtigkeit mein­er Analyse hier eine Reak­tion von heute auf das Papi­er der Grü­nen von Anselm Richard, Chefredak­teur des Land­wirtschaftlichen Wochen­blatts West­falen-Lippe (ich bin Abon­nent als “lip­pis­ch­er Bauer”), das den Titel Klar zum Gen­er­alan­griff trägt und auch son­st von mil­itärischen Meta­phern wim­melt. Das wird ein heißer Herb­st.

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