Rund 23.000 Men­schen waren es nach Ver­anstal­terangaben, die am vorver­gan­genen Woch­enende in Berlin unter dem Mot­to “Wir haben es satt — Bauern­höfe statt Agrarindus­trie!” anläßlich des Agrarmin­is­tergipfels für eine Neuaus­rich­tung der Agrar­poli­tik demon­stri­ert haben. Zu dem Protestzug hat­te ein Bünd­nis aus mehr als 90 Organ­i­sa­tio­nen aufgerufen, darunter Umwelt- und Tier­schutzver­bände, Land­wirtschaftliche und Entwick­lung­sor­gan­i­sa­tio­nen.

Agenda des Protests

Die Demon­stran­ten wer­fen der Bun­desregierung vor, sich bei der Reform der EU-Agrar­poli­tik nurmehr als “Steig­bügel­hal­ter für die Agrarindus­trie” zu betäti­gen, statt die “Forderun­gen der Zivilge­sellschaft” durchzuset­zen. Agrarzahlun­gen soll­ten grund­sät­zlich an ökol­o­gis­che, soziale und Tier­schutzkri­te­rien gekop­pelt sowie für Groß­be­triebe gedeck­elt wer­den. Die Zivilge­sellschaft sei “gegen Lebens­mit­tel­skan­dale, Gen­tech­nik im Essen und Tierquälerei in Megaställen”.

Es geht dem Bünd­nis also nicht nur darum, daß es dem Ökosys­tem, dem Kli­ma, dem Vieh, den in der Land­wirtschaft arbei­t­en­den Men­schen und dem Ver­brauch­er möglichst an nichts gebreche, son­dern kri­tisiert wer­den vielmehr auch Tech­nisierung, hoch arbeit­steilige und automa­tisierte Prozesse sowie große Ein­heit­en zur Senkung der Stück­kosten — also indus­trielle Meth­o­d­en in der Land­wirtschaft generell.

Zweifel an der Reformierbarkeit der konventionellen Landwirtschaft

Warum nicht ein­fach alle ökol­o­gis­chen, gesund­heitlichen, sozialen und tier­schützerischen Punk­te einzeln ange­hen? Warum nicht ein­fach ver­bi­eten oder ver­teuern, was man als falsch erkan­nt hat und gezielt belohnen und bezuschussen, was man als gut erkan­nt hat? Die Demon­stran­ten eint ein grund­sät­zlich­er Zweifel an der Reformier­barkeit der kon­ven­tionellen Land­wirtschaft, die dies als unzure­ichend erscheinen lassen. Ihr Zweifel hat ver­schiedene Aspek­te:

Die Agrar-Lobby will nicht

Wie Lebens­mit­tel-, Tier­schutz- und Umwelt­skan­dale kom­men und gehen, um nach ein­er kurzen Woge der öffentlichen Empörung kaum nach­haltige Änderun­gen nach sich zu ziehen, nährt Zweifel am Willen der kon­ven­tionellen Land­wirte bzw. ihrer beruf­sständis­chen Organ­i­sa­tio­nen bzw. der von diesen bee­in­flussten Poli­tik, sich “grüne” Ziele wirk­lich zu eigen zu machen. Das Bünd­nis traut dem “Sys­tem” der kon­ven­tionellen Land­wirtschaft nicht zu, die Nutzung natür­lich­er Resourcen und die Pro­duk­tion von Lebens­mit­teln ver­ant­wortlich zu gestal­ten, son­dern sieht einen Sek­tor, der immer nur genau so weit von bish­eri­gen Prak­tiken abwe­icht, wie er muß. Die kon­ven­tionelle Land­wirtschaft ver­fol­gt notorisch die Sala­mi-Tak­tik.

Protest-Faz­it: der “agrarindus­trielle Kom­plex” hat seine Unbelehrbarkeit oft genug unter Beweis gestellt; irgen­det­was muß sich grund­sät­zlich ändern.

Industrielle Strukturen sind suspekt, insbesondere in der Landwirtschaft

Im “Wir haben es satt!”-Protest wird eine all­ge­meine Skep­sis an “Mul­tis”, dem “Kap­i­tal” und der “Indus­trie” auf den Agrar­bere­ich ange­wandt. Schiere Größe wird mit Aus­beu­tung, Gewis­senlosigkeit und Geldgi­er iden­ti­fiziert, was sich in stig­ma­tisieren­den Beze­ich­nun­gen wie “Massen­tier­hal­tung”, “Mega-Stall” und “Groß­be­trieb” nieder­schlägt. Dabei brin­gen Mit­glieder des Protest-Bünd­niss­es zig­fach mehr auf die Waage als selb­st die größten land­wirtschaftlichen Betriebe Deutsch­lands. Die Förder­er Rapun­zel mit rund 300 Mitar­beit­ern und 100 Mio. Euro Jahre­sum­satz und tegut… mit mehr als 300 Märk­ten, über 6.000 Mitar­beit­ern und mehr als 1 Mrd. Euro Jahre­sum­satz wie auch die taz als Medi­en­part­ner mit ihren etwa 250 Angestell­ten arbeit­en selb­stver­ständlich im indus­triellen Maßstab und mit indus­triellen Meth­o­d­en.

Es muß also etwas speziell Land­wirtschaftlich­es sein, das indus­trielle Meth­o­d­en hier inadäquat macht, während die Her­stel­lung von Naturkost, der Lebens­mit­teleinzel­han­del und die Pro­duk­tion von Tageszeitun­gen dur­chaus hoch arbeit­steilig und in großen Ein­heit­en erfol­gen kann, ohne daß das Verdikt “indus­triell” hier fäl­lig wäre. In der Viehhal­tung beruht dieses Beson­dere sicher­lich mit auf dem Aspekt, daß die Nutztiere Lebe­we­sen sind, die, anders als die schlecht­bezahlten taz-Redak­teure, nicht woan­ders anheuern kön­nen, wenn es ihnen nicht gefällt. Das scheint jedoch die Ablehnung sehr großer Ein­heit­en und aus­geprägter Arbeit­steilung in der Land­wirtschaft nicht allein erk­lären zu kön­nen.

Acker­bau, Viehzucht und der Beruf des Land­wirts beset­zen eine emo­tionale Son­der­stel­lung. Nichts vere­int die Vorstel­lung von Idylle, gelun­gener Kind­heit, Gesund­heit, Ursprünglichkeit und Natur so sehr wie der Bauern­hof mit seinen Tieren, Treck­ern, Mis­thaufen und der rot­wangi­gen Bauern­fam­i­lie. Diese tief ver­wurzel­ten Bilder machen den Haupt­teil des inneren Wider­stands gegen Organ­i­sa­tion­sstruk­turen aus, die in der Her­stel­lung von Naturkost, in Einzel­han­del und Presse und erst recht bei der Her­stel­lung von Flugzeu­gen und Mobil­tele­fo­nen nicht (mehr) hin­ter­fragt wer­den.

Protest-Faz­it: indus­trielle Struk­turen in der Land­wirtschaft gehören abgeschafft, und wenn das nicht über Ver­bote durch­set­zbar ist (“Zer­schla­gung”), dann soll man ihnen wenig­stens den Geld­hahn abdrehen. Also: Prämien deck­eln!

Fußnote: die Forderung nach der Deck­elung von Prämien (statt ein­er Größen­pro­gres­sion, die Skalen­ef­fek­te kom­pen­sieren soll) hat einen kräfti­gen Beigeschmack von Einkom­mens- und Umverteilungspoli­tik. Dies ist aber wed­er die Auf­gabe von Agrar­poli­tik und noch der EU. Die Län­dern haben haben aus­re­ichend Gestal­tungsspiel­raum bei der Einkom­menss­teuer­pro­gres­sion, Erb­schafts- und Ver­mö­genss­teuer etc.

Industrielle Methoden sind suspekt, insbesondere in der Landwirtschaft

Es ist nicht nur das unüber­schaubar Große und das durch exzes­sive Arbeit­steilung Ent­fremdete, das mit diesem bäuer­lichen Idyll nicht zusam­men­zu­passen scheint. Neben dem organ­isatorischen Aspekt des Indus­triellen ist auch der tech­nis­che so gar nicht bäuer­lich — das meine jeden­falls “die Zivilge­sellschaft”.

Zunächst muß man wohl fes­thal­ten, daß sich tech­nis­che Inno­va­tio­nen in der Land­wirtschaft auch in früheren Zeit­en stets flächen­deck­end durchge­set­zt haben. Vom Grab­stock zum Pflug, vom Dreschflegel zum Sche­unen­dresch­er zum selb­st­fahren­den Mäh­dresch­er. Diese Inno­va­tio­nen liegen schon lange genug zurück, um in unsere Bildern vom guten Bauern­hof Ein­gang gefun­den zu haben — es gab sie schon, als unsere Eltern noch Kinder waren. Dem ist nicht so bei Antibi­oti­ka, Total­her­biziden, Melkkarus­sellen und Spal­tenbo­den, so daß diese For­men der Tech­nisierung nicht nur hin­sichtlich ökol­o­gis­ch­er, gesund­heitlich­er, sozialer und Tier­schutz­s­tan­dards kri­tisch beobachtet wer­den, son­dern auch grund­sät­zlicheren Bedenken aus­ge­set­zt sind.

Der von sein­er hoch atmungsak­tiv­en und bis 50.000 mm Wasser­säule dicht­en Jack Wolf­skin-Jacke aus TEXAPORE O2 DENSLITE vor dem unan­genehmen Schneere­gen geschützte Demon­strant aktu­al­isiert per Android-Smart­phone eben noch seinen Face­book-Sta­tus, bevor er sich grund­sät­zlich gegen HiTech auf dem Ack­er und im Stall ausspricht. Entschuldigung, das ist zwar aus dem Leben gegrif­f­en, aber vielle­icht etwas zu sarkastisch, ver­an­schaulicht aber, daß die Tech­nikfeindlichkeit dur­chaus lokal begren­zt sein kann. Ob kon­sis­tent oder nicht: den Protest eint auch die Forderung nach ein­er Bio-Land­wirtschaft, ohne die alle Reformbe­mühun­gen ohne­hin Stück­w­erk blieben.

Protest-Faz­it: Es gibt kein tolerier­bares Maß an Pes­tiziden und Kun­st­düngern und anderen Giften auf dem Ack­er und im Stall; erforder­lich ist die flächen­deck­ende Umstel­lung auf die Prinzip­i­en des Ökol­o­gis­chen Land­baus.

Also doch industrielle Produktion?

Wie kann man nur nicht gegen Massen­tier­hal­tung sein! Das klingt ja unge­fähr so, als würde man nicht gegen Massen­ver­nich­tungswaf­fen sein. Man kann, denn den Tieren ist es her­zlich egal, ob sie den Stall mit ein paar dutzend oder mit tausenden von Artgenossen teilen, wenn die Hal­tungs­be­din­gun­gen hohen Stan­dards genü­gen (siehe mein Post­ing zum NDR-Beitrag über Hüh­n­er und Schweine – bio vs. kon­ven­tionell, große vs. kleine Ställe). Diese Stan­dards wiederum auf der Grund­lage von Forschung über das Tier­wohl weit­erzuen­twick­eln (hier wis­sen wir noch viel zu wenig), darin beste­ht sin­nvolle Tier­schutz-Poli­tik.

Wie der aktuellen Stel­lung­nahme des Wis­senschaftliche Beirats für Agrar­poli­tik zum The­ma Ernährungssicherung und nach­haltige Pro­duk­tiv­itätssteigerung zu ent­nehmen ist, kommt auf die Wel­ternährung in abse­hbar­er Zeit ein “ern­stes Men­gen­prob­lem” zu. Um dieses in den Griff zu bekom­men, müsse ein­er­seits der Kon­sum von Fleisch und tierischen Pro­duk­ten in den entwick­el­ten Län­dern sinken (S. 27, Abs. 80), denn das Vieh fut­tert ein Vielfach­es des Nährw­ertes, den es dann als Schnitzel, Ei oder Käse zu bieten hat. Auf­grund von Fut­ter­im­porten sei die EU trotz mehr als 100% Selb­stver­sorgungs­grad bei Weizen, Zuck­er und den meis­ten tierischen Erzeug­nis­sen ein Net­to-Agrarim­por­teur.

Ander­er­seits müsse, so der Beirat, eher eine Steigerung der Agrarpro­duk­tion am Gun­st­stan­dort Europa angestrebt wer­den als eine Senkung. Die weltweit vom Hunger bedro­ht­en Men­schen lit­ten als Ver­brauch­er stärk­er unter hohen Agrarpreisen, als sie als Klein­bauern davon prof­i­tierten. Statt ein­er im Entwurf der EU-Kom­mis­sion disku­tierten Stil­l­le­gung von 7% der Agrarflächen — dies entspräche etwa 30 Mio t Getrei­de oder Nahrung für 15 Mio Men­schen — wird in der Studie über eine Ausweitung der Anbau­fläche nachgedacht (eben­da, S. 27–28, Abs. 85).

Vor diesem Hin­ter­grund erscheint ein Verzicht auf die mit indus­triellen Organ­i­sa­tions­for­men und Tech­nolo­gien erziel­baren Kosten- und Resourceneinsparun­gen, die noch dazu in keinem unmit­tel­baren Zusam­men­hang mit Verbesserun­gen in ökol­o­gis­ch­er, sozialer, gesund­heitlich­er und tier­schützerisch­er Hin­sicht ste­ht, frag­würdig. Daß eine Erhöhung der Stan­dards Geld und Resourcen kostet, ist klar. Angesichts der drän­gen­den Prob­leme der Wel­ternährung und des Kli­maschutzes allerd­ings müssen dies­bezügliche Maß­nah­men ziel­ge­nau die Erhöhung der Stan­dards ange­hen. Eine undif­feren­zierte Ablehnung tech­nisiert­er, hoch arbeit­steiliger und automa­tisiert­er Prozesse sowie großer Ein­heit­en zur Senkung der Stück­kosten erscheint dabei eher kon­trapro­duk­tiv.

Handw­erk­lich bzw. mit exten­siv­en Ver­fahren erzeugte Agrarpro­duk­te sind im glob­alen Maßstab ein Luxu­s­pro­dukt. So wie auch andere Dinge, die wir nicht zum Über­leben brauchen, uns aber den­noch leis­ten — ich greife ein­mal Urlaub in fer­nen Län­dern her­aus -, ist auch der Kauf eines Bio-Häh­nchens, das im Laufe seines län­geren Lebens fast dop­pelt so viel Fut­ter zu sich genom­men hat wie sein gle­ich schw­er­er Vet­ter aus der indus­triellen Broil­er­mast, net­to mit einem höheren Resourcenver­brauch behaftet. Der Ver­brauch an Land, Energie, Wass­er und die Emis­sion kli­maschädlich­er Gase liegt bei indus­trieller Tier­hal­tung im Schnitt wesentlich unter denen exten­siv­er Hal­tungs­for­men (vgl. hierzu etwa Abschnitt 5 des wikipedia-Artikels zur Inten­sivtier­hal­tung)

Also keine handwerkliche, extensive Produktion?

Natür­lich darf trotz­dem ein gutes Gewis­sen haben, wer zum Bio-Häh­nchen greift und den inten­siv gemästeten Broil­er liegen läßt. Viele Kaufentschei­dun­gen und Ver­hal­tensweisen sind mit ein­er erhe­blich gravieren­deren Ver­tiefung des car­bon foot­prints und Ver­schlechterung der per­sön­lichen Resourcen-Bilanz ver­bun­den, so daß es ein Leicht­es ist, das glück­liche Häh­nchen net­to wieder here­inzu­holen. Ein beim Bio-Bauern im Nach­bar­dorf per­sön­lich erstanden­er Gock­el statt des in Sty­ro­porschale und Folie ver­pack­ten Masse­nar­tikels im Super­markt ist ein bewußter­er Vor­gang und führt zu einem als wertvoller wahrgenomme­nen Mahl, so daß die Ver­mei­dung unnötiger Lebens­mit­te­labfälle und beiläu­fi­gen Fleis­chverzehrs ohne Genuß und Sinn für das Beson­dere ganz neben­bei errecht wird.

Der beste Gesamt­ef­fekt würde dem­nach durch eine merk­würdi­ge Dop­pel­strate­gie erre­icht: bio, exten­siv, und gourmet fördern, aber indus­triell nur so weit als nötig behin­dern. Einen nicht nur ökol­o­gis­chen, sozialen und tier­schützerischen, son­dern auch kuli­nar­ischen Pre­mi­um-Bere­ich mit Leucht­turm-Auf­trag kul­tivieren, aber dem Massen-Seg­ment lediglich prob­lem­spez­i­fis­che Gren­zen set­zen, statt ihm einen ernährungs- und klimapoli­tisch frag­würdi­gen Sys­temwech­sel abzu­ver­lan­gen.

5 Responses to Konventionelle Landwirtschaft in der Defensive — Korrekturen im Detail oder Systemwechsel?

  1. hkjh@m.de' konvifraek sagt:

    ohne kon­vi würdest du jet­zt obdach­los sein do opfaaaa

  2. antikonvo@hotmail.de' Anti-Konvo sagt:

    halts­maul bas­tard ich fi.. dein kon­ven­tionele ein­stel­lung bist du auch ein kün­stlich­es kind du pid­di

  3. mail@agroblogger.de' agroblogger sagt:

    Ah, da ist es mir mit meinem Beitrag wohl gelun­gen, eine inter­es­sante und kon­tro­verse Diskus­sion anzus­toßen.

  4. bvll@web.de' Berni sagt:

    Bio-Land­wirtschaft hat einen Denk­fehler, die Nährstof­fver­sorgung der Böden. Reden wir mal nicht von Stik­stoff das ist kom­pliziert und würde den Rah­men hier spren­gen. Reden wir mal von Phos­phor, Kali­um, Mag­ne­sium, Man­gan etc. Mit den geern­teten Pflanzen wer­den diese Nährstffe vom Ack­er abge­fahren sie lan­den via Toi­let­ten­spüh­lung, Kanal­i­sa­tion, Klähran­lage und Klährschlam­mver­bren­nung besten­falls auf der Deponie. Auf den Feldern müssen sie erset­zt wer­den. Wie? Dazu hat die Bio-Land­wirtschaft keine Antwort. Bio ver­armt und zer­stört let­ztenen­des die Böden… Aus dem Sys­tem wer­den weltweit zig Mil­lio­nen Ton­nen Planzen­nährstoffe ent­nom­men sie müssen von aussen mit­tels Min­er­aldünger wieder zuge­führt wer­den

    • Alles richtig, dem ist nichts hinzuzufü­gen. Außer vielle­icht, daß es der The­o­rie schon einen mit den Prinzip­i­en der Bio-Land­wirtschaft kom­pat­i­blen Lösungsansatz gibt, der bloß lei­der niemals voll­ständig umset­zbar sein wird. Früher auf dem Dorf wur­den die men­schlichen Exkre­mente genau­so gesam­melt wie die tierischen und dann wieder auf den Ack­er zurück­ge­bracht — geschlossen­er Kreis­lauf und fast aus­geglich­ene Nährstoff­bi­lanz (nur die paar Sack, die in die Stadt gin­gen…! Wenn man nun a) die Wasser­spülung durch eine auf die Samm­lung der Exkre­mente aus­gerichtete Tech­nolo­gie erset­zen würde, b) unter Andro­hung von Höch­st­strafen die Entsorgung bzw. den Ein­trag ander­er Dinge (Medika­menten­reste, WC-Reiniger etc. pp.) ver­bi­eten würde, c) dies auch kon­trol­lieren, d) Men­schen, die bes­timmte Medika­mente ein­nehmen, auf ein extra-Klo schick­en würde… man merkt schon: das wird nix.