Sind Legehennen glücklicher im Freiland oder in der Voliere? Wo sind sie gesünder? Wie wirkt sich Biofutter und konventionelles Futter auf die Gesundheit von Mastschweinen und Sauen aus? Wieviel Platz braucht ein Nutztier? Wie können wir den Hunger der Bevölkerung, hier und weltweit, stillen? Müßten wir nicht alle weniger Fleisch essen? Wie sieht es mit dem Resourcenverbrauch aus, mit der Klimabilanz? Diese Fragen und viele mehr werden in sehr ausgewogener und anregender Art und Weise von vielen berufenen Mündern diskutiert.

Wie der Sprecher Stephan Schad, mein lieber ehemaliger Kollege aus unserer gemeinsamen Zeit am Thalia Theater, zum Abschluß des Beitrags sagen darf: „Bio oder konventionell? Unsere Spurensuche zeigt: das ist nicht entscheidend. Das Wohlbefinden der Tiere steht und fällt mit dem Landwirt, der sie betreut.“

Wohltuend finde ich auch, daß der Beitrag nicht den Kleinbetrieb heroisiert – dort sehe ich noch viel Reflektionsbedarf im „grünen Milieu“, wenn ich das einmal so nennen darf. Große Einheiten sind nicht nur unter Kostengesichtspunkten vorteilhaft, was ihnen generalisierend das Prädikat „industriell“ einträgt. Wie der Beitrag zeigt, ist es durchaus möglich, auch in einem sehr großen Stall für das Wohl der Tiere zu sorgen, und dabei die Vorzüge großer Einheiten mitzunehmen, etwa mehr Kompetenz durch Spezialisierung und vor allem Resourcenschonung und damit eine erheblich bessere Klimabilanz. „Handwerkliche Produktion“ ist ein (von mir persönlich sehr geschätzter!) Luxusartikel, mit dem wir aber weder die Welt ernähren noch den Klimawandel aufhalten können. Und auch nicht notwendigerweise zu glücklicheren Nutztieren beitragen.

Hier geht’s zum NDR-Beitrag von Sven Jaax:

  • http://www.ndr.de/fernsehen/sendungen/45_min/videos/fuenfundvierzigminuten102.html

 

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