Am Institut für Systematische Botanik und Ökologie der Universität Ulm beschäftigt sich eine Arbeitsgruppe um Prof. Marian Kazda mit der Frage, wie der Fermentationsprozeß in Biogasanlagen so stabilisiert werden kann, daß Abfälle wie Speisereste und Altbrot im größeren Maßstab als Substrat einsetzbar sind. Dies hätte zahlreiche Vorteile:

  • Abfälle sind für den Biogasanlagenbetreiber preiswert, so daß die Wirtschaftlichkeit der Anlagen steigt – wenn biologisch alles funktioniert!
  • Die Abfallentsorgung der Kommunen wird entlastet, sowohl finanziell als auch hinsichtlich der Umwelt
  • Die in den Abfällen enthaltene Energie wird zu einem Großteil nutzbar gemacht statt einfach weggeworfen
  • Die in den Abfällen enthaltenen Nährstoffe, die ja allesamt letztlich dem Boden entzogen sind, werden dem Boden wieder zugeführt
  • Die Abfälle ersetzen Mais und andere Substrate, die eigens erst für die Biogasproduktion angebaut werden müssen, so daß
    • der Druck zum massiven Maisanbau kleiner wird, Stichwort Mais-Monokultur / „Vermaisung“
    • freigewordene Ackerflächen wieder zur Nahrungsmittelproduktion verwendet werden können, d.h. es wird mehr für den „Teller“ produziert, weniger für den „Tank“

Die Ulmer Biologen informieren auf ihrer Homepage über das Forschungsprojekt, und TopAgrar Online berichtete am 26.4.2011 darüber. Dies ist ein Bild von der Biogasanlage im Labormaßstab, an dem die Ulmer forschen:

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